Verkehrte Welt

Gruppe H: Kolumbien – Japan 1:2

Eigene Steine im Weg

Im Normalfall ist es die gegnerische Mannschaft, die einem die Steine in den Weg legt – oder es jedenfalls versucht. Manchmal braucht diese sich jedoch kaum diesbezüglich zu bemühen, nimmt doch der freundliche Südamerikaner die Arbeit gerne auf sich. So gelangt man denn zur Binsenweisheit des Tages: Wehrt man in der Box einen Torschuss mit dem Arm ab ohne Torwart zu sein, bekommt man die rote Karte und es gibt Elfmeter – egal, ob das erst die 3. Minute ist.
Zu zehnt ist’s schwerer spielen und es gelang den favorisierten Kolumbianern nicht, Punkte aus dem Spiel mitzunehmen. Positiv war, dass die Japaner eine recht ansehnliche Partie ablieferten und verdient, wenn auch ein wenig überraschend mit 3 Punkten im Gepäck zu den nächsten beiden Spielen reisen.


Gruppe H: Polen – Senegal 1:2

Die Sonnenseite Afrikas

Afrikanische Mannschaften haben traditionell einen recht schweren Stand in der Gruppenphase und selten genug schafft es eine Elf einmal in die K.-o.-Runde. Nach dem ersten Durchgang konnte keine afrikanische Auswahl in der Gruppe A-G einen Sieg erringen – noch nicht einmal einen Punkt.
So lag es am Senegal, die Kohlen der Ehrenrettung aus dem drohenden Feuer der frühen Heimreise zu holen. Eine große Aufgabe gegen die als recht stark eingeschätzten Polen, denen im Vorfeld ein relativ ungefährdeter Gruppensieg attestiert wurde. Die Senegalesen konnten aber mit einem immer besser werdenden Spiel – begünstigt durch immer weiter abbauende Polen – eindrucksvoll zeigen, dass sie mehr als zu Recht in der Endrunde der WM sind und gehen mit 3 Punkten und einem gewaltigen Selbstbewusstsein den nächsten Spielen entgegen.

Die beiden Gruppenfavoriten Kolumbien und Polen stehen unter gehörigem Druck, denn der nächste Punktverlust kann bereits die Heimfahrkarte bedeutet. Es dürfte interessant werden, inwieweit die beiden Mannschaften an ihrer Aufgabe wachsen können, oder ob der Druck vielleicht etwas zu groß ist.


Gruppe A: Russland – Ägypten 3:1

Die Rückkehr der Zuversicht

Die russische Mannschaft hatte im Vorfeld der WM wenig Zuspruch im eigenen Land und wurde eher als Grukentruppe angesehen, die nur mitmachen darf, weil man Gastgeber ist. Das Auftaktspiel hat die Meinung jedoch umschwenken lassen und nach einem weiteren Sieg gegen ein schwach auftretendes Ägypten hat sich die neu entfachte Euphorie ins schier Unermessliche gesteigert, ist das Überstehen der Gruppenphase doch schon so gut wie sicher.
Die eigene Leistung hängt allerdings immer auch vom Gegner ab und da muss sich Russland noch beweisen, ob es mit den großen Mannschaften mithalten kann.
Für Ägypten gibt es nur noch eine kleine theoretische Hoffnung auf einen 2. Gruppenplatz, welcher allerdings unerreichbar wird, sobald Uruguay gegen Saudi-Arabien einen Punkt erreicht.

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